Mit dem Start-up-Tracker berichte ich über Start-ups und stelle dabei interessierten Lesern neuartige  Start-ups vor. Auf meinem Blog könnt ihr diese verfolgen und erfahrt, in welcher Phase sich das Start-up gerade befindet und welche Herausforderungen das Team gerade zu meistern hat. Auch auf die Gefahr hin, dass es das Start-up nicht schafft, das eigene Geschäftsmodell zum Fliegen zu bringen.

Heute stelle ich euch das spannende Start-up studybuy.com vor – eine Online-Plattform von und für Studenten. Das Vierer-Team unterstütze und coache ich ein bisschen. Insbesondere bei Fragen Rund um die Gründung und den (konzeptionellen) Aufbau des Geschäftsmodells. Das Interview habe ich mit Deniz Parin, einer der vier Gründer von studybuy.com, geführt.Foto Team StudybuyDas Gründerteam von studybuy.com (von links nach rechts): Marcel Lacroze, Philipp Zentgraf, Deniz Parin und Chesran Glidden (Foto: Copyright kopfkinografie.com)

Hagen: Wer seid ihr und was macht ihr?
Deniz: Wir sind ein vierköpfiges Team bestehend aus Studenten. Philipp macht gerade seinen Bachlor in BWL an der Universität Siegen, Marcel schreibt gerade seine Bachlorarbeit in Wirtschaftsinformatik, ebenfalls an der Universität Siegen und Chesran ist an der WHU, um ihren Master in Management zu absolvieren. Ich studiere Immobilienmanagement an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und strebe erst einmal den Bachelor an.
Unser Start-up nennt sich studybuy. Hierbei handelt es sich um eine kostenlose Studentenplattform mit einem integriertem Onlinemarktplatz. Unser Ziel ist es, Studenten und Hochschulen deutschlandweit miteinander zu vernetzen, um eine eigene große Plattform für studentische Belange aufzubauen.

Hagen: Wie seid ihr auf diese Geschäftsidee gekommen und was macht sie einzigartig?
Deniz: Uns ist bereits seit Beginn unseres Studiums aufgefallen, dass sich die Beschaffung studentenspezifischer Artikel und Dienstleistungen rund um das Studium tatsächlich als problematisch erwiesen hat. In Anbetracht des Internetzeitalters eigentlich unvorstellbar. Nehmen wir beispielsweise das Thema Nachhilfe: Wenn die Klausurphase näher rückt,  dann merkt man, dass in den Sozialen Netzwerken gehäuft nach Nachhilfe oder bestimmter Literatur gefragt wird. Die meisten Fragen bleiben jedoch meist unbeantwortet. Doch warum ist dies so?
Die Sozialen Netzwerke eignen sich für solche Anliegen nicht unbedingt. Allein die Tatsache, dass wir bei Dingen wie Nachhilfefragen, der Suche von Nachmietern oder bei Verkäufen von Waren auf soziale Netzwerke zugreifen müssen, zeigte uns, dass es keine feste Anlaufstelle für uns Studenten existiert. Die schwarzen Bretter der Hochschule, die wohlgemerkt kaum noch genutzt werden, sind nicht mehr zeitgemäß.
Aus diesem Grund entstand die Idee studybuy zu gründen – eine feste Anlaufstelle und eine kostenlose Plattform für uns Studenten. Warum das Leben so schwer machen?
Ein Online-Marktplatz, auf dem direkt hochschulbezogene Inserate oder Auktionen eingestellt werden können ist doch viel effizienter. Seien es Fachbücher, WG-Anfragen oder Dienstleistungen, zum Beispiel in Form von Nachhilfe.
Ich hatte bspw. in meinem Studiengang das Problem, dass ich nicht wusste, welche Literatur noch up-to-date war. Durch eine Suchfunktion, bei der man den eigenen Studiengang eingeben kann, werden direkt passende Inserate anderer Studenten zu deinem Studiengang angezeigt. Dies wird durch das Anlegen eines eigenen Profils abgerundet, um auch tatsächlich eine hochschulübergreifende Vernetzung anzubieten.
Wir haben die Seite so konzipiert, dass alle Funktionen für Studenten kostenfrei sind. Uns war wichtig, dass Studenten endlich ohne Provision eine Auktion starten können.
Man muss die Studentenwelt als eine eigene Community betrachten. Denn neben dem stressigen Studentenalltag ist eine feste Anlaufstelle für uns, bei der man seinen Kram sofort los wird oder Hilfe bekommen kann, eine große Erleichterung.

Hagen: Was ist das Besondere an eurem Team?
Deniz: Das Besondere an unserem Team ist, dass wir vier Freunde sind und für uns Loyalität ganz oben steht. Wir gehen sehr offen miteinander um, was eine schnelle Entscheidungsfindung fördert.
Ebenfalls hat jeder seine festen Aufgabenbereiche. Philipp kümmert sich beispielsweise um alle finanziellen Belange, Marcel übernimmt alle Computer-technischen Fragestellungen, Chesrans Aufgabe ist die strategische Positionierung und alle Themen Rund um das Marketing. Ich kümmere mich um die innerbetriebliche Organisation, die Öffentlichkeitsarbeit und steuere das Unternehmen. Diese Aufgabenteilung funktioniert sehr gut.

Hagen: Wo steht ihr aktuell in der Umsetzung und gibt es schon für den Nutzer etwas zu sehen?
Wir sind nun mit einer Landingpage online – dort Verlosen wir auch etwas, als Überbrückung bis zum eigentlichen Launch sozusagen. Da für Studenten vor allem Geld eine wichtig Rolle spielt, verlosen wir 3 mal Semestergebühren für das Sommersemester 2016 bis zu einer Höhe von 300 Euro. Ebenfalls haben wir ein kleines Animationsvideo erstellt, das unser Produkt und die Verlosung noch einmal genauer erläutert.
Im Hintergrund programmieren wir die Website weiter und arbeiten bereits an einer mobilen Lösung. Jedoch werden wir voraussichtlich erst einmal – aus zeitlichen Gründen – mit der Website online gehen und die Mobile-App erst später launchen.

Hagen: Was waren bzw. sind für euch die wichtigsten Fragen, die es beim Aufbau eures Startups bis heute zu klären waren bzw. sind?
Deniz: Es gleicht einer Achterbahnfahrt. Die ersten Schritte waren tatsächlich eine Herausforderung. Die wichtigsten Fragen bis jetzt waren, die Konkretisierung des Konzepts, die Wahl der Rechtsform, der Markenschutz und steuerliche Belange.
Aber jetzt normalisiert sich alles und wir können uns auf unseren Launch vorbereiten. Ich denke die nächste große Frage wird, wie wir einen kontrollierten – und insbesondere erfolgreichen – Start durchführen werden.

Hagen: Wo seht ihr die größten Herausforderungen für die nächsten Monate?
Deniz: Die größten Herausforderung an sich ist wahrscheinlich der Zusammenhalt des Teams. Wichtig ist, dass wir weiterhin miteinander harmonieren und die Arbeitsteilung stimmt. Jeder sollte seine Stärken kennen und auch genau in diesem Gebiet seine Kenntnisse einsetzen. Also auf das richtige Teamplay wird es jetzt in den kommenden Wochen ankommen!
Ebenfalls ist die Beeinflussbarkeit eines Startups in der Anfangsphase noch im Verhältnis hoch und nimmt mit der Zeit stetig ab. Bedeutet für uns, dass wir jetzt vor allem in der Gründungs-/Launchphase auf äußere Faktoren sofort reagieren und – wenn nötig – Kursanpassungen durchführen müssen.

Hagen: Wie können andere Start-Ups Kontakt zu euch aufnehmen?
Deniz: Wir würden uns sehr freuen, wenn andere Startups Kontakt zu uns aufnehmen würden. Dies wäre eine gute Möglichkeit Erfahrungen auszutauschen oder Partnerschaften zu starten. Das Kontaktformular unserer Website auf studybuy.com wäre dafür eine Möglichkeit, oder Facebook und Xing.

Deniz, vielen Dank für das Gespräch!

Dr. Hagen Sexauer
Ich bin Geschäftsführer und Managing Partner der Managementberatung bench-breaking.com. Ich liebe neue Technologien, die Online-Welt und die mit der Digitalisierung in Zusammenhang stehenden Herausforderungen für Unternehmen. Neben den klassischen Management-Themen habe ich eine hohe Affinität zu „digitalen“ Projekten. Hierzu zählen insbesondere die Entwicklung und Umsetzung von (Online-)Geschäftsmodellen für Start-ups und Unternehmen sowie Projekte aus dem Mobile- und Social Media-Umfeld.
Darüber hinaus bin ich selbst Gründer einiger Start-ups (z.B. DIGITALHEROES, swipybay.de) und unterstütze Start-up-Teams als Business Angel.